Guide · Marcel Steiert

Produktbild und Clip aus einem Chat: mein Ablauf

Produktbild, Werbeclip, Kampagne: aus einem Chat, ohne Agentur. Wie versprochen: die komplette Einrichtung und mein Briefing-Muster zum Kopieren. So briefst du Claude wie eine Agentur. In 5 Schritten. Erst vier Bilder, dann wählst du eins, erst dann entsteht ein Clip. Und vor jedem Lauf nennt Claude dir den Preis.

Das Werkzeug: Im Carousel steht nur „ein Bild- und Video-Dienst“. Ich nutze Higgsfield. Es bietet einen offiziellen Connector für Claude und bündelt über 30 Bild- und Videomodelle.
Was du brauchst: ein Claude-Konto (claude.ai oder die Claude-Desktop-App) und ein bezahltes Higgsfield-Abo. Ohne Abo klappt die Verbindung nicht. Jedes Bild und jeder Clip kostet Credits aus deinem Higgsfield-Konto, genau so viel wie direkt auf Higgsfield.
Was es nicht ist: kein Ersatz für jedes Shooting und kein Beweis für das, was dein Produkt kann. Für Varianten, Social-Posts und Entwürfe ist es stark. Was dein Produkt verspricht, prüfst weiter du.

Warum ich es so mache

Ein Shooting dauert Wochen. Dein Post braucht es morgen. Über die Agentur heißt das: Briefing, Termin, Shooting, Auswahl, Retusche, rund zwei Wochen. Mit Claude ist es ein Nachmittag. Für die große Kampagne bleibt das Shooting richtig. Für den Alltag auf Social Media ist es zu langsam und zu teuer.

Die Idee dahinter: Claude bedient das Bildwerkzeug für dich. Du sagst, was du brauchst. Claude formuliert die Aufträge, startet sie und zeigt dir die Ergebnisse direkt im Chat.

Schritt für Schritt

  1. Die Verbindung einmal einrichten

    • In Claude links auf Customize und dann Connectors.
    • + und Add custom connector wählen, als Namen Higgsfield eintragen.
    • Als Adresse diese URL einfügen:
    Connector-URL
    https://mcp.higgsfield.ai/mcp
    • Auf Connect klicken und dich mit deinem Higgsfield-Konto anmelden.
    • Im Chat schaltest du ihn über das + unten links und Connectors ein, falls er nicht schon aktiv ist.

    Einmal anmelden, danach steht das Werkzeug in jedem Chat bereit. Bezahlt wird beim Dienst, mit dessen Credits.

    Im kostenlosen Claude-Plan ist genau ein eigener Connector möglich. In Team- und Enterprise-Konten richtet ihn zuerst der Owner ein. Ich nutze genau diese Verbindung selbst: Die Bilder im Carousel sind darüber entstanden.

  2. Brief Claude wie einen Profi

    Kopier das Muster und füll die Felder in eckigen Klammern aus. Die festen Regeln darunter lässt du stehen. Sie sorgen dafür, dass du vor jedem Lauf den Preis siehst und dein Produkt gleich bleibt.

    Mein Briefing-Muster
    PRODUKT: [was es ist, Material, Farbe, Besonderheit, z. B. „Duftflakon, klares Glas, Deckel champagnerfarben“]
    ZIELGRUPPE: [wer kauft und wo, z. B. „Frauen und Männer ab 30, kaufen online“]
    STIMMUNG: [Licht, Umgebung, Gefühl, z. B. „ruhig, hochwertig, viel Schwarz“]
    FORMAT: [z. B. „1:1 für den Feed, 9:16 für Story und Reel“]
    NO-GOS: [was nie ins Bild darf, z. B. „kein Text im Bild, kein Logo, keine Menschen“]
    
    FESTE REGELN:
    0. Nutze den Higgsfield-Connector. Du arbeitest für mich wie ein Art Director für Produktbilder.
    1. Nenne mir vor JEDEM Lauf Modell, Anzahl und Kosten in Credits. Starte erst nach meinem OK.
    2. Fang mit vier Bildvarianten an. Noch keinen Clip.
    3. Das Produkt bleibt in Form, Farbe, Material und Proportionen gleich. Erfinde keine Beschriftung, kein Logo und keine Funktion dazu.
    4. Wenn ich dir ein Foto oder ein gewähltes Bild als Referenz gebe, nutze es bei jedem weiteren Lauf.
    5. Sag mir bei jedem Ergebnis ehrlich, wo das Produkt vom Original abweichen könnte.

    Speicher das Muster einmal. Leg in Claude ein Projekt an (links Projects, dann New project, z. B. „Produktbilder“). Füg das ausgefüllte Muster in die Instructions des Projekts ein. Ab dann gilt es in jedem Chat dieses Projekts, auch die Preis-Regel. Beim nächsten Produkt änderst du nur die erste Zeile, PRODUKT. Arbeitest du lieber mit Dateien, speicher es als briefing.md und gib die Datei in jeden neuen Chat mit.

    Die wichtigste Zeile sind die No-Gos. Sie sparen dir die meisten Fehlversuche und damit die meisten Credits.

    Hast du ein echtes Foto deines Produkts, gib es gleich mit in den ersten Chat. Dann arbeitet Claude von Anfang an mit deinem Produkt statt mit einem erfundenen.

  3. Erst vier Bilder, dann wählen

    Erst vier Bilder. Dann ein Clip. Bilder sind günstig, Clips kosten ein Vielfaches. Erst wenn das Bild sitzt, lohnt sich die Bewegung. Deshalb kommen zuerst vier Varianten. Das sind die vier aus meinem Testlauf, alle mit dem Briefing oben entstanden. Ich habe Bild 2 gewählt.

    Variante 1: Flakon auf dunklem Stein
    1
    Variante 2: Flakon auf dunklem Marmor, gewählt
    2 · gewählt
    Variante 3: Flakon auf dunkler Fläche
    3
    Variante 4: Flakon auf einem Stein
    4

    Wähl nicht die schönste Kulisse, sondern das Bild, auf dem dein Produkt am besten aussieht. Dann schreibst du:

    Auswahl
    Ich nehme Bild [Nummer]. Das ist ab jetzt mein Referenzbild. Nutze es bei jedem weiteren Lauf, damit das Produkt immer gleich aussieht.
  4. Ein Referenzbild für jedes Motiv

    Ohne Referenz erfindet die KI jedes Mal ein leicht anderes Produkt: mal ist der Deckel höher, mal das Glas breiter. Gib dein bestes Bild als Vorlage mit. Dann bleiben Form, Farbe und Kappe in jeder neuen Szene gleich. Das hier sind drei neue Szenen aus meinem Test, alle mit Bild 2 als Referenz.

    Szene Regal: derselbe Flakon auf einem Regal
    Regal
    Szene Seide: derselbe Flakon auf dunkler Seide
    Seide
    Szene Wasser: derselbe Flakon auf einer Wasserfläche
    Wasser
    Neue Szenen
    Mach mit meinem Referenzbild drei neue Szenen, quadratisch:
    1. [Szene, z. B. „auf einem schlichten Regal, seitliches Licht“]
    2. [Szene, z. B. „auf dunkler Seide, weiche Falten“]
    3. [Szene, z. B. „auf einer ruhigen Wasserfläche, warmes Licht“]
    Gleiches Produkt, gleiche Stimmung. Nenn mir zuerst die Kosten und warte auf mein OK.

    Weitere Szenen-Ideen aus dem Carousel: auf Stein, auf Seide, in der Hand.

    Wenn alle Motive stehen, kannst du dasselbe Bild auch in andere Formate bringen lassen, etwa 4:5 für den Feed oder 9:16 für die Story.

  5. Erst der Preis, dann der Clip

    Erst wenn du dein Bild hast, wird es bewegt. Ein Clip kostet ein Vielfaches eines Bildes. Deshalb gilt die Regel aus dem Briefing hier ganz besonders: erst der Preis, erst nach deinem Ja geht es los. So läuft nie ein teurer Clip, den du gar nicht wolltest.

    Erst der Preis. Dann der Lauf. So sieht das im Chat aus:

    Damit du nicht jedes Mal fragen musst, steht die Regel im Projekt (Regel 1 im Briefing-Muster).

    Clip
    Mach aus Bild [Nummer] einen Clip im Hochformat 9:16, 5 Sekunden. Langsame, ruhige Kamerafahrt, das Produkt bleibt in der Mitte und verändert sich nicht. Kein Text, keine Menschen. Nenn mir zuerst Modell und Kosten in Credits und warte auf mein OK.

    So sahen die Preise in meinem Test aus (Higgsfield, 5. Oktober 2026):

    Ehrlich gesagt: Den Clip-Preis habe ich mir vorab nennen lassen, den Clip selbst habe ich für diesen Post nicht erzeugt. Preise hängen vom Modell ab und können sich ändern. Genau deshalb lässt du sie dir vor jedem Lauf nennen.


KI-Bilder in der Werbung kennzeichnen

Ein KI-Produktbild ist ein Entwurf, kein Beweis. Kurz, was in der Schweiz und in Deutschland gilt (Stand Oktober 2026, keine Rechtsberatung):

Mein einfacher Weg: In die Caption oder klein ins Bild „Bild mit KI erstellt“ schreiben und beim Posten auf Instagram die Angabe „KI-Info“ setzen. Das kostet dich nichts. Ein Kunde, der sich getäuscht fühlt, kostet dich viel. Wirbst du aus der Schweiz auch für Kunden in der EU, richte dich gleich nach den strengeren EU-Regeln.

Ehrlich gesagt: die Grenzen

Für Varianten stark. Dein Versprechen bleibt bei dir. Ein KI-Bild zeigt nie etwas, das dein Produkt nicht kann.

Quellen: Higgsfield: Claude-Connector, Claude-Hilfe: eigene Connectors, EU AI Act Art. 50, EU-Kommission: Kennzeichnung KI-generierter Inhalte, Schweizerische Lauterkeitskommission. Menüs, Modelle und Preise können sich ändern.

Alle Bilder in diesem Beitrag und auf dieser Seite sind KI-generiert, mit genau diesem Ablauf.

Welches Produkt setzt du zuerst in Szene?

Nimm das Briefing-Muster, trag dein Produkt in die erste Zeile ein und starte mit vier Bildern. Den Preis siehst du, bevor etwas läuft.

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